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MUZIEK BIENNALE NIEDERRHEIN 2010 Unerhört: Die Wiederentdeckung römisch-antiker Klangkunst

Mit mehr als 60 Konzertveranstaltungen und einem runden Dutzend attraktiver touristischer Ausflugsangebote sowie diversen Kinder- und Familienkonzerten will die grenzüberschreitende Muziek Biennale Niederrhein 2010 ab dem 28. August bis zum 31. Oktober dem Klang der großen und kleinen Legenden aus allen Zeiten und Welten nachlauschen. Dabei macht sie natürlich auch Station an einem der mythenreichsten Orte am Niederrhein, im Regionalmuseum Xanten, und begibt sich dort auf die archäologische Suche nach der antiken Klangkunst:
Auch wenn Darstellungen musizierender Jünglinge und tanzender Damen zu den Lieblingsmotiven antiker Dekorationsmaler gehörte und die Musikausübung auf Straßen und in Palästen dieser Ära – vermutlich auch in der „Colonia ulpia Traiana“ – ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens war, haben sich aus dem reichen kulturellen Fundus der griechischen und römischen Antike nur wenige Fragmente in die Gegenwart hinüberretten können. Das Oeuvre an überlieferter Musik aus der Römerzeit beschränkt sich auf vier zerstückelte Takte eines Werkes von Terenz.

Die Rekonstruktion der Musik selbst und ihrer Aufführungspraxis entspricht einem Drahtseilakt zwischen historiographischer Akribie und frenetischer Begeisterung für all die unerhörten Anteile in den Lebensäußerungen einer versunkenen Welt. Das Programm „Vinum et Musica“ mit Hagen Pätzold, Justus Willberg und Walter Gamerdinger könnte – zumal auf Xantener Boden – dazu beitragen, den Mythos „Römerzeit am Niederrhein“ in eine hörbare, quicklebendige Gegenwart zu verwandeln.

Programm:
“Gesprächskonzert” mit drei Themenschwerpunkten:
  • Antike Musik, Schriftquellen und archäologische Zeugnisse
  • Nachbau von Instrumenten (Beispiele: Wasserorgel aus Aquincum (Budapest) und Blechblasinstrumente)
  • Musikbeispiele zur Demonstration der musikalischen Eigenschaften der Nachbauten


Gesamtdauer: ca. 1,5 Stunden / Ort: LVR-Archäologischen Park Xanten, Spielhaus,

Fotos: MuziekBiennale

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