70.000 Neuerkrankungen im Jahr in der Bundesrepublik Deutschland, 29.000 Todesfälle, das ist leider traurige Bilanz bei Darmkrebs. Bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung nach Brustkrebs, bei Männern nach Lungen- und Prostatakrebs die dritthäufigste, gibt es aber doch die gute Nachricht, dass diese Erkrankung durch Vorsorge fast zu 100 % vermeidbar ist. So ist auch ein Schwerpunkt des diesjährigen Darmtages die Darmkrebsvorsorge. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind die einzige Möglichkeit, Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen. Darmkrebs entsteht in der Regel aus Polypen. Viele dieser zunächst gutartigen Wucherungen in der Darmschleimhaut entarten im Laufe von 6 – 10 Jahren zu bösartigen Tumoren. Jahre, in denen es keinerlei Beschwerden oder Alarmsignale des Körpers gibt.
Die effektivste und sicherste Möglichkeit der Früherkennung ist die Darmspiegelung, die ab dem 56. Lebensjahr von den Kassen bezahlt und auch bei negativem Befund nach 10 Jahren wiederholt werden kann.
Den Schrecken einer Darmspiegelung kann man den Patienten heutzutage größtenteils nehmen: die Untersuchung wird unter leichter Sedierung vorgenommen, d. h. der Patient verschläft die ca. 30minütige Untersuchung meistens. Die Möglichkeiten der notwendigen Abführung sind ebenfalls patientenfreundlicher geworden. So reicht eine verabreichte Flüssigkeitsmenge von ca. 3 Litern zu den früher noctwenigen 5 – 6 Litern aus.
Auch geschmacklich hat sich die Flüssigkeit verbessert. Eine zusätzliche Möglichkeit der Darmkrebsvorsorge ist der Stuhltest, mit dem sich für das Auge unsichtbare Spuren versteckten Bluts im Stuhl nachgewiesen werden können.
Der 4. Moerser Darmtag am St. Josef Krankenhaus Moers, der am 17. März 2010 in der Zeit von 15:00 – 20:00 Uhr stattfindet, informiert über Möglichkeiten der Vorsorgediagnostik und der Therapie von Darmkrebs.
Die Experten des im Dezember 2009 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmzentrums halten Vorträge zu Diagnose und Behandlung der häufigsten Darmerkrankungen, moderen operativen Behandlungen des Dickdarm- und Mastdarmkrebses sowie medikamentöser Therapie des Darmkrebses.
Das persönliche Darmkrebsrisiko können Besucher mit dem Darm-Check ermitteln. Um die Schwellenängste der Patienten zu nehmen, werden u.a. Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums in der Zeit von 15:00 – 16:00 Uhr und 18:00 – 20:00 Uhr durchgeführt. Führungen durch Endoskopie werden jeweils um 15:00, 15:30 und 18:00 Uhr angeboten, die Radiologie kann um 15:30 Uhr besichtigt werden.
Natürlich stehen die Ärzte des Darmzentrums, Herr Dr. Christoph Vogt (Chefarzt der Inneren Abteilung), Herrn Dr. Heinz-Otto Lindner (Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie) sowie Ärzte der Praxis für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie nach den Vorträgen auch für Fragen zur Verfügung.
Das Programm wird abgerundet durch Information und Beratung der Selbsthilfegruppen. Damit auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, sind die Besucher zu Kaffee und Kuchen eingeladen.
Für Bürger, die sich telefonisch zu Darmerkrankungen informieren möchten, bietet das St. Josef Krankenhaus ebenfalls am Mittwoch, 17. März 2010 in der Zeit von 10:00 – 14:00 Uhr eine telefonische Hotline unter der Nummer 02841 107-2444 an.




