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Gründung des Aktionsbündnis Organspende im Rheinland - Auftaktfeier in Kevelaer

Drei schwerkranke Menschen sterben jeden Tag, weil für sie kein Organ zur Transplantation zur Verfügung steht. Das Thema Organspende ist zwar in aller Munde, doch fühlen sich viele Bürger noch nicht ausreichend darüber informiert. Während die Fraktionen im Bundestag eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes behandeln, unternimmt die AOK Rheinland/ Hamburg einen großen Schritt, um mehr Bürger über die Organspende zu informieren. Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die AOK Rheinland/Hamburg jetzt das Aktionsbündnis Organspende im Rheinland ins Leben gerufen.


Die Fußball-Bun-desligisten Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchenglad-bach und 1. FC Köln haben die Unterstützung dieses Bündnisses durch lokale Aktionen in den Stadien zugesagt. Bei einer Auftaktveranstaltung am Samstag, 22. Oktober 2011, im Konzert- und Bühnenhaus der Stadt Kevelaer erläuterten die Initiatoren die Ziele des Bündnisses.

Im Mittelpunkt steht, die Bereitschaft zu wecken, sich als Organspender zu erklären und dafür seine Unterschrift zu leisten. Das Aktionsbündnis wird dazu mehrere Aktivitäten starten. Diese haben im ersten Schritt das Ziel, diejenigen Bürger zu erreichen, die der Organspende positiv gegenüber stehen, sich aber noch nicht endgültig entschieden haben.
Dazu sind zwei Informationsveranstaltungen jährlich geplant, die Verteilung von einer Million Organspendeausweisen wie auch der Einsatz für eine Verbesserung der Ablaufstrukturen in der Transplantationsmedizin. Durch regionale Informationskampagnen begleiten die Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln das Vorhaben.

Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, betonte: „Das Thema Organspende be-schäftigt immer mehr Menschen. 75 Prozent der Bevölke-rung würden einer Organspende zustimmen, aber nur etwa 20 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Deshalb wollen wir mit unseren Aktionsbündnis mit dem Titel ,Ihre Unterschrift rettet Leben’ die Bereitschaft wecken, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen.“
Dr. Carola Reimann, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Gesundheit, sagte: „Ich mache mich für die Entscheidungslösung stark: Jede Bürgerin, jeder Bürger soll sich aktiv mit der Frage, ob sie oder er Organe spenden will, befassen und die informierte Entscheidung auch dokumentieren. Damit entlasten wir auch die Angehörigen, die, wenn keine Erklärung vorliegt, nach derzeitiger Gesetzeslage der belastenden Situation ausgesetzt werden, für ihren Verwandten entscheiden zu müssen.“

Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen, ist zuversichtlich, dass das Aktionsbündnis Organspende im Rheinland die Menschen wachrüttelt: „Für mich gibt es nichts, was gegen den Spenderausweis spricht. Jeder von uns kann schließlich einen Unfall haben, eine schwere Krankheit – und dann wären wir plötzlich selbst auf einen Spender angewiesen.“
Dr. Thomas Beck, Kaufmännischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO): „Wir sind dankbar, dass die AOK Rheinland/Hamburg gerade jetzt den Anstoß zur Gründung des Aktionsbündnisses Organspende im Rheinland gegeben hat. Gemeinsam mit den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln haben wir die Chance, breite Bevölkerungsschichten für das wichtige Thema Organspende zu erreichen.“

Bei der Auftaktveranstaltung im Bühnen- und Konzerthaus der Stadt Kevelaer setzten sich auch die Redner Ronald Pofalla, Leiter des Bundeskanzleramtes, Dr. Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Eckard Nagel, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen, und Weihbischof Dieter Geerlings, Bistum Münster, für eine Stärkung der Organspende-Bereitschaft ein.
2010 gab es in Nordrhein-Westfalen 256 Organspender (ohne Lebendspende), bundesweit waren es 1296. Gespendet wurden insgesamt in NRW 804 Organe, bundesweit 4205 (jeweils ohne Lebendspenden). Einschließ-lich der Lebendspenden gab es 2010 bundesweit 5083 Transplantationen (Angaben laut DSO). Gleichzeitig warten heute etwa 12 000 Patienten auf ein Spenderorgan, vor allem auf eine Niere. Hier beträgt die Wartezeit auf eine Transplantation im Durchschnitt mehr als fünf Jahre. Etwa 1000 Patienten sterben pro Jahr, weil kein Spenderorgan rechtzeitig zur Verfügung steht.

Heute können Herz, Niere, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm nach dem Tod gespendet werden. Diese Organe gehören zu den vermittlungspflichtigen Organen, so die DSO. Ihre Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung unterliegt den Regelungen des deutschen Transplantationsgesetzes. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspenden.
Die sogenannte „erweiterte Zustimmungslösung“ ist derzeit in Deutschland die gesetzliche Grundlage für eine Organspende nach dem Tod. Ein Organspender muss sich aktiv dafür entscheiden, ein Organ oder Organe nach einem etwaigen Hirntod zu spenden und dokumentiert dies z. B. in einem Spenderausweis. Über eine Änderung wird derzeit, auch kontrovers, diskutiert.

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