Wo Pollenallergiker früher nur vom Frühjahr bis zum Herbstanfang mit ihrer Allergie kämpften, sind sie heute fast das ganze Jahr über von triefenden Nasen und tränenden Augen betroffen. Schuld daran ist auch der Klimawandel, denn die wärmeren Herbst- und Wintermonate führen zu einer veränderten Verbreitung und Zusammensetzung der Pollen.
Somit beginnt die Leidenszeit für Pollenallergiker früher und endet später. Verschiedene Kräuterpollen treiben sich noch bis Anfang November herum, Haselnusspollen fliegen teilweise schon wieder Mitte Dezember.
Zudem belasten Pollen von neuen, in Deutschland angesiedelten Pflanzen die Allergiker, beispielsweise der Ambrosia-Pflanze aus Amerika, des Glaskrauts aus Italien oder der Olivenbäume aus dem Mittelmeerraum, die hierzulande immer häufiger gepflanzt werden. Denkbar wäre auch, dass Pollen aggressiver geworden sind.
Etwa 18 Millionen Heuschnupfengeplagte leben derzeit in Deutschland. Die Kurve zeigt nach oben. Immer mehr Senioren sind unter den Patienten, die erstmals mit Heuschnupfen konfrontiert werden. Früher waren eher Kinder und Jugendliche die Leidtragenden.
Doch nicht nur die Pollen, gegen die man sich noch mit Pollenfilter, Desensibilisierung oder auch guten Medikamenten aus der Apotheke helfen kann, machen den Allergikern zu schaffen. Immer mehr entwickeln eine sogenannte Kreuzallergie gegen verschiedene Obst- und Gemüsesorten. So reagieren beispielsweise Birkenpollenallergiker auf einmal auf Äpfel. Die Unverträglichkeit macht sich durch ein Brennen auf der Schleimhaut, einen starken Juckreiz und eine anschwellende Zunge bemerkbar.
Fast jeder zweite Heuschnupfen-Patient ist von einer solchen Kreuzallergie betroffen. Am Steigen ist auch die Zahl der Pollen-Asthmatiker. Denn die Pollen mischen sich mit anderen Schadstoffen, beispielsweise Rußpartikeln aus Dieselmotoren.
Da bei einem Heuschnupfen ein sogenannter Etagenwechsel – also das Übergreifen auf die Bronchien mit Asthma als Folge – unbedingt vermieden werden sollte, ist eine Immuntherapie mit Spritze, Tropfen oder Tabletten langfristig die beste Lösung. In leichten Fällen helfen Antiallergika aus der Apotheke. Gern wird man Sie dazu umfangreich beraten.
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