Vorgezogene Probebohrungen der K+S

Bergbaugebiet XantenXanten. Laut FoX-Vorsitzendem Thomas Janßen zeigt das Vorziehen der Steinsalz-Erkundungsarbeiten unter dem Xantener Stadtgebiet deutlich, dass die Firma K+S hier keine Zeit verlieren möchte. Das sei aus Sicht einer Firma, die finanziell ins Wanken geraten ist, auch verständlich. Immerhin möchte diese augenscheinlich bis Ende 2021 zwei Milliarden Euro Schulden abbauen.
Allerdings gebe es bisher weder eine Ewigkeitsverpflichtung für die durch das Absalzen entstehenden Schäden, noch gebe es eine Schlichtungsstelle, die Betroffene schützt. Janßen folgert daraus: „Das bedeutet, dass der Umgang mit den zu erwartenden Schäden an der Oberfläche unklar ist.“ Umso mehr müsse dies dem Kreis Wesel, der Stadt Xanten, den Politikern und allen Bürgern eine Warnung sein, denn auf Grund von Corona-bedingten Verzögerungen des Planfeststellungsverfahrens, sei das Thema „Bergschäden durch Salzbergbau“ in den Hintergrund gerückt. Bereits geplante und auch beantragte Bürgerinformationen konnten aus diesem Grund bisher nicht stattfinden oder sind ohne bekannten Ersatztermin ausgefallen.

Janßen freut sich daher über den Bürgerantrag, welcher sich mit der Gefährdung aus dem Salzbergbau unter Xanten beschäftigt: „Dieser Antrag kommt genau richtig, um dieses wichtige Thema wieder ins Gedächtnis zu rufen. Hier wird die Xantener Verwaltung dazu aufgefordert, die durch den Bergbau entstehenden Gefahren einer Hochwasser- oder Überschwemmungs- Katastrophe z.B. durch Starkregen zu bewerten und die potenziell betroffene Bevölkerung einzubinden." Ich bin außerdem der Meinung, dass hier zügiges Handeln zwingend notwendig ist!“

Das gelte nicht nur der Bürgerinitiative und FoX, sondern allen Xantenern, unabhängig von Alter, Amt, Beruf oder Parteizugehörigkeit. Janßen erklärt weiter: „Wir müssen die Menschen und unsere schöne Stadt schützen und zwar nachhaltig für die kommenden Generationen.“
Laut FoX seien die Auswirkungen des Salzbergbaus langfristig negativ für die Infrastruktur vor Ort, schädigen zudem die geologischen Gegebenheiten und brächten das Eigentum aller betroffenen Einwohner in Gefahr.
Im FoX-Vorstand bedaure man, dass das Thema in der Poltik bisher nicht ausreichend kritisch gesehen wird. Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet Bislicher Insel seien schließlich offen sichtbar. „Jahr für Jahr kippen dort immer mehr Bäume um und versinken im Wasser. Die erweiterte Abbaugenehmigung unter diesem Gebiet zum Salzabbau wurden in den letzten zwei Jahren in den Ausschüssen als nur Randnotiz verzeichnet.“, führt Janßen weiter aus. Damit würde wir hier faktisch die bewusste Hinnahme der Zerstörung eines einzigartigen und wunderschönen Naturschutzgebietes in unserem Stadtgebiet hingenommen.“

Die Auswirkungen der nächsten Ausbaustufe des „Absalzen“ werden in ca. 30 Jahren nicht nur in Birten, in der Beek, und Teile der Innenstadt zu spüren sein. Wenn es zu Starkregen oder Hochwasserkatastrophen kommt, läuft uns auf Grund der Höhenlagen das ganze Stadtgebiet von Süden bis zum nördlichen Teil voll.
Wie kann man daran glauben, dass die Verantwortung über solche Bedrohungen einer Firma in die Hände gelegt werden kann, die gerade ums Überleben kämpft. Denn im Zweifel steht nicht nur K+S jetzt das Wasser bis zum Hals sondern auch uns (im wahrsten Sinne des Wortes).
Ich kann nur an alle Menschen dieser Stadt appellieren, Aktionen wie den laufenden Bürgerantrag zur „Bewertung und Information über die genannten Gefährdungen“ mit Unterschriftensammlung zu unterstützen. Wir werden diese Unterlagen in Absprache mit den Initiatoren auch auf unserer Webseite verknüpfen, damit sich jeder Interessierte beteiligen kann.

Nach der heutigen Ratssitzung war für Janßen klar:"Der Anspruch der Bürgerbeteiligung/Bürgerinformation ist essentiell um auch nur ansatzweise von einem sauberen Planfeststellungsverfahren reden zu können."

Eins ist klar am Ende darf nicht Corona die Ausrede dafür sein, dass die Stadt Xanten es nicht geschafft hat rechtzeitig wie gefordert zu Beginn 2020 die Bürger zu beteiligen. Und jetzt zu resignieren zeigt, dass tonangebende Teile der Verwaltung von Anfang an weder gut informiert waren noch die Belange der Menschen und der Stadt ernst genommen haben!
Es muss zusätzlich getagt werden! Und es darf keine Möglichkeit ausgelassen werden die Bürger zu beteiligen und wenn dies im APX, über Skype oder einen anderen Weg geschieht!