• Regionales

  • 1

Stiftsmuseum Xanten feierlich eröffnet: Einzigartige Kulturschätze erzählen zwei Jahrtausende Geschichte im neuen Kulturzentrum am Niederrhein

Am Anfang war eine Vision. Das erklärte Ziel der Xantener Propsteigemeinde war es, den faszinierenden Kulturschätzen, die in den historischen Räumen des ehemaligen St. Viktor Stiftes über die Jahrhunderte nur provisorisch aufbewahrt worden waren, angemessene Ausstellungs- und internationalen Wissenschaftlern adäquate Forschungsräumlichkeiten zu schaffen.

Dem Mut und der Beharrlichkeit der Initiatoren und ihrer Unterstützer, des im Februar 1996 gegründeten Fördervereins StiftsMuseum Xanten e. V. und des Bistums Münster, ist es zu verdanken, dass im Dezember 2001 die nun vollendete Baumaßnahme begonnen wurde.

Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, zelebriert am 13. Mai, um 10 Uhr ein Pontifikalamt im Xantener St. Viktor Dom und segnet anschließend den Eingangsbereich des neuen StiftsMuseum Xanten ein. Aus größtenteils bestehender Bausubstanz – Räumen des Kanonikerstifts, wie z. B. Vorratsräume, Musikraum, Archiv und Bibliothek – und einem verbindenden Neubau ist das neue Kulturzentrum am Niederrhein geworden.
Auf über 2.000 qm Nutz- und Schaufläche bildet der Dreiklang aus StiftsMuseum mit Archiv und Bibliothek zusammen mit dem Xantener Dom, selbst ein Kunstwerk, als Mittelpunkt, ein einmaliges Ensemble.

In zehn Schauräumen geben einzigartige Exponate spannende und unerwartete Einsichten in kirchliche, politische, wirtschaftliche und soziale Strukturen und Zusammenhänge der Region Niederrhein und darüber hinaus. Ein kostbarer Mosaikfußboden, Bauhandwerkszeug und Bauakten der gotischen Stiftskirche, liturgisches Gerät, beeindruckende Paramente, eine der ältesten erhaltenen Hostien-Monstranzen und viele andere Zeugnisse sind nun in historischen Räumlichkeiten ausgestellt.
In der StiftsBibliothek, die sich in den Räumen über dem Kreuzgang befindet, sind rund 15.000 Bücher, darunter 450 kostbare Inkunabeln – Drucke aus der Frühzeit des Buchdrucks – einsehbar. Hierzu zählen theologische Werke wie die „Cautio criminalis” des Friedrich Spee von 1632, die „Imitatione Christi” des Thomas von Kempen von 1501 und 134 Bibelausgaben aber auch eine mittelalterliche Ausgabe des „Till Eulenspiegel” und die „Schedelsche Weltchronik” von 1493.

Ebenso bedeutend ist das StiftsArchiv mit mehreren Tausend Urkunden und Akten. Sie dokumentieren die vielfältigen Aktivitäten der Stiftsherren und ihre Verbindungen zu wichtigen geistlichen und politischen Personen im epochalen Verlauf bis zur Auflösung des Kanonikerstiftes unter napoleonischer Herrschaft.

 

Fotos: Stiftsmuseum Xanten / Stefan Kube