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Juden in Xanten und am Niederrhein - Vortrag von Dr. Ralph Trost

Dr. Ralph Trost im StiftsmuseumXanten. Begleitend zur Sonderausstellung „Gesichter Xantener Juden“ findet am Donnerstag, den 3. Mai 2018 um 19.30 Uhr ein Vortrag im Stiftsmuseum Xanten statt. Dr. Ralph Trost aus Xanten spricht zum Thema „Juden in Xanten und am Niederrhein“. Dabei verweist der Historiker Trost zunächst darauf, dass der Antisemitismus in Deutschland nicht erst mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten entstand, sondern seine Wurzeln tief in der deutschen Gesellschaft hat.

Dies wird gerade dann deutlich, wenn man die Ereignisse der Jahre ab 1933 in Vergleich setzt mit Handlungsabläufen, deren Linien lange vorher beginnen und dann von den neuen Machthabern aufgenommen und fortgesetzt wurden. Der Niederrhein macht da keine Ausnahme zum Rest des Landes. Ein „bei uns hat es das nicht gegeben“ war nach dem Krieg nur eine vorgeschobene Schutzbehauptung. Vor dem Hintergrund der jüngeren Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und am Niederrhein soll ein Überblick gegeben werden über die Geschichte eines Bevölkerungsteils zwischen Ausgrenzung und beginnender Integration, die dann in Verfolgung und massenhafte Ermordung überging.
Das Verhältnis der jüdischen Xantenerinnen und Xantener zu ihrer Stadt wurde innerhalb von weniger als fünfzig Jahren geprägt durch zwei folgenschwere Pogrome der Jahre 1891/92 und 1938. Daran wird deutlich, dass die von den örtlichen Nationalsozialisten gesteuerten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung keinen für sich alleine stehenden, „spontanen“ Ausbruch darstellten, sondern einen latent vorhandenen Antisemitismus innerhalb großer Teile der nicht-jüdischen Bevölkerung widerspiegelten. Sie stehen am Ende eines langen Zeitraumes, der geprägt war von permanenten Ausgrenzungen, Verfolgungen und Misshandlungen der zwar mehr und mehr ökonomisch, aber keinesfalls sozial integrierten jüdischen Bevölkerungsteile der Stadt.

Dr. Ralph Trost ist Lehrbeauftragter für Geschichte und Museologie am Emerson College Boston und an der Ruhr-Universität Bochum, wo er zur Zeit auch an seinem Habilitationsprojekt zu „Erinnerungskultur in Museen“ forscht. 2004 erschien seine Dissertation „‘Eine gänzlich zerstörte Stadt‘ – Nationalsozialismus, Krieg und Kriegsende in Xanten“. Der Eintritt zum Vortrag im Stiftsmuseum Xanten ist frei.

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